Nähe macht stark
Die ersten Lebensjahre sind voller Entwicklungsfeuerwerke. Babys brauchen dafür keine Bildschirme – sondern uns: Stimme, Blickkontakt, Berührung, gemeinsames Spielen und Trösten. So entstehen Sicherheit und ein gutes Gefühl füreinander.
In den ersten Lebensjahren entwickelt sich ein Kind in vielen Bereichen gleichzeitig – ein echtes „Entwicklungsfeuerwerk“. Dafür braucht es vor allem eine sichere Beziehung zu vertrauten Erwachsenen. Babys und Kleinkinder lernen über Blickkontakt, Stimme, Berührung, gemeinsames Lachen und Trost. Wenn Bezugspersonen auf ihre Signale feinfühlig reagieren – anschauen, ansprechen, beruhigen, imitieren und gemeinsam spielen – erleben Kinder: „Ich werde gesehen und verstanden.“ Das gibt Sicherheit und stärkt die Entwicklung.
Studien zur unterbrochenen Interaktion (z. B. Still-Face-Experiment) zeigen, wie sehr Babys auf feinfühlige Zuwendung angewiesen sind. Wenn Eltern zunächst normal mit ihrem Baby interagieren, dann ihren Gesichtsausdruck plötzlich neutral und unbewegt lassen und nicht mehr reagieren und anschließend wieder zur normalen Interaktion zurückkehren. In dieser „Still‑Face“-Phase zeigen viele Babys deutlich mehr Stress: Sie werden unruhig, suchen den Blickkontakt, protestieren und wirken schließlich resigniert – ein Hinweis darauf, wie sehr sie auf lebendige, feinfühlige Antworten angewiesen sind.
Nähe, Ansprache und gemeinsames Tun sind in den ersten Jahren der zentrale Motor für Bindung und Lernen. Bildschirme können diese soziale Resonanz nicht ersetzen und sie stören sie, wenn sie zu häufig die Kommunikation zwischen Eltern und Kind unterbrechen.
Zum Weiterlesen:
Gefahren für die Entwicklung durch Medien | kindergesundheit-info.de
https://www.elternsein.info/alltag-mit-kind/gesundheit/psychische-gesundheit-was-braucht-mein-kind
https://www.ifp.bayern/de/projekt/feinfuehligkeit-von-eltern-und-fachkraeften
Wie nehmen Kinder Medien wahr? – Digitale Elternbildung
Häufige Beratungsanlässe | Medienkompetenz in Familien | springermedizin.at




