Vorbild sein – von Anfang an
Schon die Jüngsten nehmen wahr, wie wir mit Medien umgehen. Sie könne sich gestört oder allein gelassen fühlen, wenn das Handy zu präsent ist – und übernehmen oft, was sie bei uns sehen, zum Beispiel wie wir mit den Geräten umgehen. Bildschirmpausen beim Kuscheln, Spielen oder Essen tun allen gut – auch uns Erwachsenen.
Schon Babys spüren sehr genau, ob die Bezugsperson ansprechbar und emotional „da“ ist. Wenn Erwachsene bei gemeinsamen Aktivitäten häufig durch das Smartphone abgelenkt werden, kann das zu weniger Blickkontakt und weniger unmittelbarer Reaktion führen. In der Forschung wird das „Technoference“ genannt: Störungen oder Unterbrechungen im Familienalltag, die dadurch entstehen, dass digitale Geräte die Aufmerksamkeit der Erwachsenen von den Kindern wegziehen. Studien zeigen, dass solche Unterbrechungen mit mehr Stress in der Familie, mit weniger feinfühliger Zuwendung und mit mehr Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern zusammenhängen können. Und Kinder, deren Eltern hohe Bildschirmzeiten haben, haben selbst meist auch hohe Nutzungszeiten.
Das bedeutet nicht, dass jede kurze Handynutzung schadet. Aber es lohnt sich, bewusst hinzuschauen, wann Kinder gerade Nähe brauchen. Besonders beim Füttern, Einschlafen, Spielen oder Trösten sind ungeteilte Aufmerksamkeit und körperliche Präsenz wichtig. Hilfreich sind kurze „Selbstchecks“ im Alltag („Braucht mein Kind mich gerade?“) und medienfreie Inseln – etwa beim Essen, Kuscheln, Spielen oder Schlafengehen.
Zum Weiterlesen:
Umgang mit Medien: 0-3 Jahre | kindergesundheit-info.de
Medienbrief 5 Für die Familie – Bayerischer Erziehungsratgeber
Neue WHO-Empfehlungen für Kleinkinder | BVPG
https://www.erzieherin.de/vorbildlernen-bei-kindern.html




