dia 341 008 1590732 sbo film onlineBildKreiszeitung vom 29.06.2009

Viertklässler der Grundschule Horstedt drehen zum Abschluss ihre eigenen Trickfilme

 

HORSTEDT (sbo) — Kaum mit der Grundschule fertig und schon den ersten eigenen Film im Kasten. Das entspringt nicht etwa dem Drehbuch eines Hollywood-Kinderfilms, sondern ist das Ergebnis einer Projektwoche der vierten Klasse an der Grundschule Horstedt. Unter dem Motto "Wer hat die Welt gerettet?" erarbeiteten die 19 Jungen und Mädchen in kleine Gruppen eingeteilt mit der sogenannten Trickbox ihren eigenen Kurzfilm.

Unterstützung bekamen sie dabei von Sascha Prinz vom Verein Blickwechsel. Im Auftrag der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen setzt der Verein Trickfilmprojekte an Schulen um. "Das ist produktionsorientierte Medienarbeit, die den Kindern dabei hilft, Film und Fernsehen zu verstehen und ihre Medienkompetenz fördert", erklärt Prinz das Ziel des Projektes.

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Gerade einmal mit der Grundschule fertig und schon den ersten eigenen Film im Kasten:
Im Rahmen einer Projektwoche drehten die 19 Schüler der vierten Klasse einen Trickfilm –
und zwar von der Idee über das Drehbuch bis zum Schnitt. Foto: Bommert

Zunächst dachten sich Nachwuchs-Regisseure eine Geschichte zum Thema aus und schrieben das Drehbuch. Anschließend bastelten sie die Figuren und Hintergründe für ihren Streifen. Dann hieß es: "Ruhe am Set und Action." Die Trickbox ist vereinfacht gesagt ein nach vorne und hinten geöffneter Kasten mit einer oben eingelassenen Kamera. Die Pappakteure und Hintergründe werden Szene für Szene flach darunter gelegt. Damit die Bilder das Laufen beginnen, "müssen die Figuren in mühevoller Kleinstarbeit verschoben werden. Da braucht man viel Geduld, die die Kinder wie selbstverständlich aufbringen. Die sind topmotiviert bei der Sache", lobt Prinz den Nachwuchs. Die Schüler hätten "superkreative" Ideen, die Erwachsene nicht mehr hätten - etwa eine telefonierende Erde. Ideale Voraussetzungen für einen Trickfilm, weil der Fantasie dort keine Grenzen gesetzt seien.

Als alle Bilder schließlich im Kasten waren, musste der Streifen am Computer noch geschnitten und nachvertont werden. Stück für Stück nahmen die Werke so Form an - und die jungen Regisseure waren mit Feuereifer dabei. So manch ein Schüler reizte seine Stimmbänder beim Sprechen seiner Rolle sogar bis an die Grenze.

Das Ergebnis nach den einwöchigen Dreharbeiten: drei spannende Trickfilme mit den fantasievollen Titeln "Das Weltraummonster", "Die Invasion der Dreckmonster" und "Die Monsterspinne" - jeder mit einer Länge von einer bis eineinhalb Minuten. "Das sind alles Endzeitspektakel", schmunzelt Prinz. Aber alle haben ein Happy End, so viel sei an dieser Stelle verraten. Da muss sich Hollywood wohl warm anziehen, und die Viertklässler haben eine ganz besondere Erinnerung an ihre Grundschulzeit...

Wir danken der Kreiszeitung, diesen Artikel veröffentlichen zu dürfen.