7 72 kids am PC cuxNun sitzen Kindern noch mehr vor dem Bildschirm und das auch noch im Kindergarten. Als ob der Fernsehkonsum in der Familie nicht schon genug ist. Wird mit der Computernutzung nicht eine Einschränkung der sonstigen körperlichen Aktivitäten vorgenommen?

Abgesehen von wenigen motorischen Aktivitäten (z.B. nach der Musik tanzen, die Maus mit der Hand bedienen) sitzen die Kinder doch vorwiegend am Bildschirm. Dabei ist ihre körperliche Aktivität relativ gering.

Leider hört man diese Bedenken zur Bewegungsarmut vor allem in Bezug auf die Nutzung von Bildschirmmedien. Wenn Kinder malen, basteln oder kneten, sitzen sie in der Regel aber auch für einen längeren Zeitraum an einem Tisch. Diese Tätigkeiten werden aber weniger kritisch gesehen, weil die Kinder bei diesem Tun ja „kreativ" sind. Dabei wird übersehen, dass sich Kinder auch mit dem Computer kreativ ausdrücken können, z.B. wenn sie im Paint-Programm ein Bild gestalten.

Dennoch, die Sorgen und Ängste um den Bewegungsmangel müssen ernst genommen werden und sie sind sicher nicht immer unberechtigt. Doch handelt es sich dabei um eine grundsätzliche Frage, wie der PC in der Kindertagesstätte eingesetzt wird. Ein sinnvoller Einsatz ist immer nur als Ergänzung zu verstehen. Was für eine schreckliche Vorstellung wäre es, säßen die Kinder nur noch vor dem Bildschirm. Dies ist aber zum Glück nicht der Fall in den KiTas. Wichtig ist, dass ein gutes Maß gefunden wird. Dafür können, gemeinsam mit den Kindern, Regeln verabredet werden. Solche Regeln könnten so aussehen:

 

  • Wenn draußen gutes Wetter ist, bleibt der Computer aus, weil ich dann lieber draußen spielen und toben will.
  • Ich spiele nicht länger als 30 Minuten pro Tag am Computer (Wecker hinstellen). Dazu bekomme ich ein »PC-Kärtchen«, das ich nach dem Spiel in eine Schachtel lege.
  • Ich mache, nach dem ich am Computer gearbeitet habe, ein paar Augenübungen. Z.B.: Schaue ich in die Ferne und beobachte einen Vogel am Himmel. Nun schaue ich mir genau die Ameise an, die über die Steinplatte läuft.


Text von Sabine Eder